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Dominik Brunner
Dominik Brunner Best results through systematic approaches | CTO Humbel Gears

Getriebeoptimierung mit der Humbel Engineering Toolbox

9. Juni 2026
    Engineering Manufacturing

Getriebeoptimierung mit der Humbel Engineering Toolbox: Die beste Lösung für Ihre Antriebsaufgabe

Wenn Standardansätze an ihre Grenzen stossen, identifiziert eine strukturierte Variantenrechnung – die das vollständige System von der Zahngeometrie bis zur Gehäusesteifigkeit berücksichtigt – die wirklich optimale Lösung für Ihre Getriebeauslegung.

Auf einen Blick

  • Die Humbel Engineering Toolbox nutzt eine modulare, constraint-basierte Variantenrechnung, um eine sehr grosse Anzahl von Zahngeometrie-Kombinationen (>10⁹) gegen Ihre spezifischen Randbedingungen zu bewerten – unter gleichzeitiger Berücksichtigung von Wellen, Lagern, Steggeometrie und Gehäusesteifigkeit.
  • Von geräuscharmen Fahrwerksgetrieben über leistungsdichteoptimierte Motorsport-Getriebe bis hin zu Stufenplanetengetrieben unterstützt die Toolbox die Getriebeoptimierung branchenübergreifend.
  • Der Leistungsumfang ist skalierbar: vollständige Getriebesystemoptimierung oder gezielte Analyse einzelner Teilprobleme – je nach Anforderung Ihres Projekts.

Die Herausforderung: Getriebesystemoptimierung ist ein mehrdimensionales Optimierungsproblem

Die Auslegung von Getrieben gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben im Maschinenbau. Während ein Zahnrad auf den ersten Blick wie ein einfaches Bauteil erscheint, verbirgt sich dahinter ein hochkomplexes System aus wechselwirkenden physikalischen Phänomenen.

Die Getriebeoptimierung erfordert die gleichzeitige Berücksichtigung zahlreicher, oft widersprüchlicher Anforderungen: Wirkungsgrad, Tragfähigkeit, Lebensdauer, Geräuschemission, Gewicht und Kosten stehen in direkter Konkurrenz zueinander. Jede Veränderung eines Parameters beeinflusst automatisch mehrere andere – ein klassisches mehrdimensionales Optimierungsproblem.

Der konventionelle Ansatz – iteratives Ausprobieren durch einen erfahrenen Ingenieur – funktioniert bei einfachen Fällen gut. Er stösst jedoch an seine Grenzen, wenn die Anzahl der Einflussgrössen wächst, wenn Randbedingungen streng und voneinander abhängig sind oder wenn der Lösungsraum nicht-offensichtliche Optima enthält, die nur durch eine ganzheitliche Systembewertung sichtbar werden.

In der Praxis bedeutet das: Viele Getriebe sind nicht schlecht ausgelegt – sie sind schlicht zu wenig untersucht. Die beste Lösung mag im zulässigen Lösungsraum existieren, wurde aber nie gefunden, weil die Suche nicht systematisch genug war.

Die Humbel Engineering Toolbox: Strukturierte Getriebeoptimierung über das gesamte System

Modulare, constraint-basierte Variantenrechnung

Die Humbel Engineering Toolbox basiert auf einem modularen Baukastenprinzip für die Getriebeoptimierung. Anstatt einen einzelnen Parameter isoliert zu optimieren, bewertet das Tool eine sehr grosse Anzahl geometrischer Varianten – Zähnezahlen, Module, Profilverschiebungen, Schrägungswinkel, Zahnbreiten und weitere – gegen einen definierten Satz von Randbedingungen und Zielvorgaben.

Das wesentliche Merkmal dieses Ansatzes liegt darin, dass er exponentiell wachsende Variantenräume bewältigt, ohne dabei an Vollständigkeit einzubüssen. Mit zunehmender Variablenzahl wird eine manuelle Iteration nicht mehr handhabbar. Die Toolbox ist so aufgebaut, dass sie diese Komplexität systematisch durchsucht und sicherstellt, dass unter den definierten Randbedingungen die beste verfügbare Lösung identifiziert wird – nicht lediglich eine zufriedenstellende.

Dies ist kein Standardberechnungsverfahren. Es wird für jedes Projekt individuell angepasst und konfiguriert, mit Randbedingungen und Gewichtungen, die Ihre spezifischen Anforderungen widerspiegeln.

Über das Zahnradpaar hinaus: Systemoptimierung für die gesamte Antriebsauslegung

Ein isoliert optimiertes Zahnprofil kann im realen System schlecht funktionieren, wenn Wellensteifigkeiten, Lagersteifigkeiten und Gehäusesteifigkeiten das Tragbild sowie das System-Schwingungsverhalten beeinflussen.

Deshalb beschränkt die Humbel Toolbox ihren Betrachtungsrahmen nicht auf die Zahngeometrie selbst. Wellen- und Lagerdimensionierung, Steggeometrie sowie Gehäusesteifigkeit sind vollständig in die Berechnung integriert. Das Ergebnis ist eine Optimierung, die eine sehr realitätsnahe Betriebsumgebung widerspiegelt – keine idealisierte Abstraktion.

Tragbildverhalten unter Last, Drehwegfehler und Lastverteilung über die Zahnbreite sind Ergebnisse des vollständigen Systemmodells – keine nachträglichen Prüfschritte.

Skalierbarer Leistungsumfang: Von der Gesamtsystemoptimierung bis zum Teilproblem

Nicht jedes Projekt erfordert eine Gesamtsystemoptimierung. Die Toolbox kann ebenso auf gezielte Teilprobleme angewendet werden: Optimierung der Profilkorrekturen an einem bestimmten Zahnradpaar zur Reduzierung des Eingriffsstosses, Bestimmung der optimalen Schrägungswinkel für einen Stufenplanet oder Bewertung, ob ein bestimmtes Zahnrad übergreifend in mehreren Getriebestufen eingesetzt werden kann, ohne Tragfähigkeit oder Lebensdauer zu beeinträchtigen.

Den Leistungsumfang auf das tatsächlich Benötigte zu beschränken, hält den Prozess effizient und wirtschaftlich angemessen.

Anwendungsbeispiele: Getriebeoptimierung über Branchen hinweg

Geräuschoptimierung von Fahrwerksgetrieben: Drehwegfehleroptimierung über den gesamten Lastbereich

Fahrwerksantriebe arbeiten bei definierten Drehzahlbereichen und Lastkollektiven. Die Geräuschentwicklung beim Zahneingriff ist bei vielen dieser Anwendungen ein zentrales Abnahmekriterium. Die Ursache für die Geräuschanregung ist die Drehwegabweichung – die Abweichung des Abtriebsrads von einer gleichförmigen Drehbewegung, verursacht durch Zahnsteifigkeitsschwankungen und geometrische Abweichungen im Zahneingriff.

Die Reduktion des Drehwegfehlers erfordert eine sorgfältige Optimierung der Profilkorrekturen (Kopf- und Fussrücknahme), des Schrägungswinkels und des Überdeckungsgrades. Die Herausforderung besteht darin, dass die optimale Korrektur vom Betriebslastzustand abhängt – was bei Volllast funktioniert, kann das NVH-Verhalten bei Teillast verschlechtern. Die Humbel Toolbox bewertet diese Zielkonflikte über den relevanten Lastbereich und identifiziert Korrekturstrategien, die unter den tatsächlichen Betriebsbedingungen des Antriebs konsistent niedrige Drehwegfehler liefern.

Maximale Leistungsdichte für Motorsport und High-Performance-Getriebeapplikationen

Motorsport-Getriebe definieren das technische Extrem. Der Bauraum ist fixiert, Gewichtsziele sind nicht verhandelbar, und die Lastkollektive sind geprägt von hochbelasteten Schalt- und Drehmomentereignissen. Das Ziel: maximale Tragfähigkeit aus minimalem Volumen und Gewicht.

Dies erfordert die simultane Optimierung der Zahngeometrie, der Wellen- und Lagerberechnung sowie der Werkstoff- und Wärmebehandlungsauswahl. Humbels Motorsport-Erfahrung – gewonnen durch die Entwicklung einer Vielzahl von Rennsportverzahnungen – vermittelt ein tiefes Verständnis der Ingenieurprinzipien hinter extremer Leistungsdichte und deren Übertragbarkeit. Die Toolbox überführt dieses Wissen in einen systematischen, reproduzierbaren Optimierungsprozess für Hochleistungsanwendungen wie Elektrofahrzeug-Antriebsstränge oder Luftfahrtgetriebe.

Stufenplanetengetriebeauslegung: Hohe Übersetzungen mit systematischer Constraint-Erfüllung

Stufenplanetengetriebe stellen eine spezielle Bauform des klassischen Planetengetriebes dar. Im Gegensatz zu einfachen Planetengetrieben verfügen die Planetenräder über zwei fest miteinander verbundene Verzahnungen mit unterschiedlichen Modulen und Zähnezahlen. Diese Bauweise ermöglicht die Realisierung höherer Übersetzungsverhältnisse, wodurch eine hohe Leistungsdichte bei kompakter Bauweise erreicht wird.

Die Auslegung von Stufenplanetengetrieben ist erheblich komplexer als bei einfachen Planetengetrieben. Die wesentlichen Herausforderungen umfassen die Lastverteilung auf mehrere Stufen, die Berücksichtigung von Verformungen unter Last, die Abstimmung der Zähnezahlen und Module sowie die Kopplungseffekte zwischen den Komponenten. Aufgrund der vielfältigen Wechselwirkungen im System ist eine frühzeitige Berücksichtigung von Verformungsverhalten und Schwingungsanregung entscheidend für eine erfolgreiche Getriebeentwicklung. Unsere Toolbox deckt alle Aspekte ab und findet die optimale Lösung für Ihre Anwendung.

Mehrere Getriebestufen mit gemeinsamen Zahnrädern: Gekoppelte Optimierung für komplexe Antriebsarchitekturen

Wenn eine Antriebsarchitektur mehrere Getriebestufen erfordert und ein gemeinsames Zahnrad als geteiltes Element über mehrere Stufen eingesetzt wird, wird das Optimierungsproblem gekoppelt. Zähnezahl und Geometrie des gemeinsamen Zahnrads müssen gleichzeitig die Anforderungen aller beteiligten Stufen erfüllen – Übersetzungsverhältnisse, Tragfähigkeit und Montagetauglichkeit. Dies ist eine Verflechtung vieler Bedingungen, bei der eine manuelle Iteration zeitaufwendig ist und bessere Lösungen leicht unentdeckt bleiben. Die Humbel Toolbox adressiert genau diese Art der Systemoptimierung auf strukturierte Weise.

Design for Manufacturing (DfM): Vom optimierten Zahnraddesign zum fertigbaren Bauteil

Humbel ist Auftragsfertiger. Das bedeutet, dass das für die Optimierung verantwortliche Ingenieursteam direkt mit der Fertigung im engen Austausch steht. Jede aus der Toolbox hervorgegangene Auslegung wird von Anfang an auf Fertigungstauglichkeit bewertet.

In der Praxis bedeutet das: Zahngeometrien, die theoretisch optimal sind, aber Prozessschritte erfordern, die mit einer stabilen, reproduzierbaren Fertigung unvereinbar sind, werden erkannt und angepasst, bevor sie in der Fertigung zum Problem werden. Toleranzen werden auf Basis funktionaler Anforderungen und Fertigungskompetenz festgelegt – nicht einheitlich unabhängig vom Fertigungsprozess.

Diese DfM-Integration ist kein nachgelagerter Überprüfungsschritt. Sie ist in den Optimierungsprozess eingebettet. Für Kunden bedeutet das konkret: weniger Iterationen zwischen Auslegung und Fertigung, geringeres Risiko nachträglicher Designänderungen und höhere Sicherheit, dass Erstmusterprüfungsergebnisse die beabsichtigte Geometrie widerspiegeln.

Die Verbindung zwischen Ingenieuroptimierung und Fertigung bedeutet auch, dass Humbels branchenübergreifende Erfahrung – von Bahntriebwerken über Motorsport-Getriebe bis zu Luftfahrtgetrieben – in die Toolbox zurückfliesst.

Dominik Brunner
Artikel von Dominik Brunner Best results through systematic approaches | CTO Humbel Gears
Humbel Gears Group
Oberfeldstrasse 9
CH-9214 Kradolf
+41 71 644 73 00
sales@humbel-gears.com
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